Die Rahmenbedingungen für Biogasanlagen verändern sich spürbar: Steigende Anforderungen an Flexibilität, volatile Strompreise und ein Energiesystem im Umbruch stellen Betreiber vor neue Fragen. Gleichzeitig wächst die Bedeutung von Biogas als steuer-, speicher- und erneuerbare Energie. Wer heute eine Biogasanlage betreibt, steht mehr denn je vor der Herausforderung, Technik, Wirtschaftlichkeit und Zukunftssicherheit miteinander zu verbinden. Genau an diesem Punkt setzt das Biomassepaket 2025 an.

Das Biomassepaket 2025 bringt neue Regeln, neue Anreize – und neue Chancen für Betreiber, die bereit sind, ihre Anlage strategisch weiterzuentwickeln. Was sich konkret ändert, warum die EU-Genehmigung so wichtig ist und wie Sie als Betreiber davon profitieren können, erfahren Sie alles in diesem Beitrag.


Was ist das Biomassepaket 2025?

Mit dem Biomassepaket 2025 setzt die Bundesregierung ein starkes Signal für die Zukunft der Bioenergie. Ziel ist es, Biogasanlagen stärker in ein flexibles, erneuerbares Energiesystem einzubinden. Die EU-Kommission hat das Paket bereits genehmigt und schafft damit ein gutes Stück Planungssicherheit für Betreiber von Biogasanlagen.

Kern des Biomassepakets ist eine umfassende Anpassung der Förderbedingungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dazu zählen höhere Ausschreibungsvolumina, verbesserte Flexibilitätsanreize und längere Förderlaufzeiten für Bestandsanlagen. Für viele Betreiber bedeutet das: neue Perspektiven statt Stilllegung.

Warum ist das Biomassepaket gerade jetzt so wichtig?

Die Energiewende bringt zunehmend mehr volatile Stromerzeugung aus Wind und Photovoltaik in den gesamten Energienmix ein. Biogas kann hier eine Schlüsselrolle übernehmen, weil es nicht nur speicherbar, sondern auch flexibel einsetzbar ist. Und genau an diesem Punkt setzt das Biomassepaket an.

Konkret bedeutet das: Biogasanlagen sollen nicht mehr möglichst viel Strom rund um die Uhr erzeugen, sondern vielmehr dann, wenn der Bedarf auch wirklich da ist. Betreiber, die ihre Anlage flexibel fahren und Strom in dieser Form bedarfsgerecht bereitstellen können, sollen durch das Biomassepaket künftig stärker von Förderungen profitieren.

Die wichtigsten Inhalte des Biomassepakets im Überblick

Ein zentraler Punkt im Biomassepaket ist das deutlich erhöhte Ausschreibungsvolumen. Allein 2025 standen bis Dezember rund 1.300 MW zur Verfügung. Das ist mehr als eine Verdreifachung gegenüber früheren Jahren. Insgesamt summiert sich das Volumen von 2025 bis 2028 auf rund 2.800 MW – zuzüglich Biomethan.

Ebenfalls attraktiv: Der Flexibilitätszuschlag steigt mit dem Biomassepaket von 65 auf 100 Euro pro kW installierter Leistung und Jahr. Damit lohnt sich der Ausbau von Leistung und Speichertechnik von Biogasanlagen deutlich stärker als bisher – auch für Bestandsanlagen besteht damit ein Anreiz zur Investition.

Verbesserte Rahmenbedingungen für Bestandsanlagen

Für viele Betreiber ist die Verlängerung der Anschlussförderung besonders relevant. So erhalten Bestandsanlagen nach dem ersten EEG-Zeitraum künftig zwölf statt zehn Jahre Förderung. Das schafft für Analgenbetreiber mehr Zeit, Investitionen zu refinanzieren und neue Konzepte umzusetzen.

Mehr Flexibilität – aber auch neue Anforderungen

Mit dem Biomassepaket steigen die Flexibilitätsanforderungen. Der Vergütungsanspruch orientiert sich dabei stärker an einer Überbauung der installierten Leistung. Ziel ist es, hohe Leistungen in kurzen Zeitfenstern abrufen zu können, wie etwa bei Dunkelflauten.

Gleichzeitig gilt: Keine Vergütung bei Börsenstrompreisen unter 2 ct/kWh. Das erhöht den Druck, Strom gezielt zu vermarkten und intelligente Fahrweisen umzusetzen. Wer hier als Anlagenbetreiber gut aufgestellt ist, kann seine Erlöse stabilisieren.

Chancen für wirtschaftlich starke Biogasanlagen

Für Anlagenbetreiber ergeben sich daraus klare Chancen:

  • Anlagen mit Gasspeichern, leistungsfähigen BHKW und flexibler Fahrweise können gezielt auf hohe Strompreise reagieren. Das steigert nicht nur die Erlöse, sondern verbessert auch die Biogas-Wirtschaftlichkeit insgesamt.
  • Der Flexibilitätszuschlag kann für viele Anlagen ein entscheidender Wirtschaftsfaktor werden. Gerade im Zusammenspiel mit Repowering-Maßnahmen oder dem Ausbau der installierten Leistung entsteht neues Ertragspotenzial.
  • Wärmenetze rücken stärker in den Fokus. Anlagen mit Anschluss an ein Wärmenetz (> 300 kWth) werden bei Ausschreibungen bevorzugt. Damit rückt die Wärmenutzung von Biogas stärker in den Mittelpunkt – ein klarer Vorteil für Betreiber mit bestehenden oder geplanten Wärmekonzepten.

Das bedeutet: Die Kombination aus Strom, Wärme und Flexibilität macht Biogasanlagen zu echten Energiedienstleistern in der Region. Wer frühzeitig in Wärmenetze investiert, verbessert somit seine Chancen auf Zuschläge und langfristige Erlöse.

Neue Perspektiven durch Direktvermarktung

Das Biomassepaket stärkt indirekt auch die Direktvermarktung von Biogasstrom. Flexible Anlagen können gezielt auf Marktpreise reagieren und zusätzliche Erlöse über die Marktprämie erzielen. In Verbindung mit Monitoring-Systemen und intelligenter Steuerung
wird die Fahrweise planbarer und wirtschaftlicher. Für Anlagenbetreiber bedeutet das: mehr Verantwortung, aber auch mehr unternehmerische Freiheit.

Aber: So steigen neben den vielen Möglichkeiten, die das Biomassepaket bringt, auch die technischen Anforderungen und ebenso der Planungsaufwand. Themen wie Bemessungsleistung, Überbauung und Fahrpläne müssen hierbei sorgfältig durchdacht sein.

Doch genau in dieser Herausforderung liegt auch eine Chance. Betreiber, die ihre Anlage nämlich strategisch weiterentwickeln, sichern sich einen festen Platz im Energiesystem der Zukunft. Das heißt, Biogas bleibt systemrelevant – sofern es flexibel eingesetzt wird.

Fazit: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zu handeln

Das Biomassepaket 2025 eröffnet Biogasanlagenbetreibern neue wirtschaftliche Perspektiven. Höhere Ausschreibungsvolumina, bessere Förderbedingungen und ein starker Fokus auf Flexibilität schaffen attraktive Rahmenbedingungen. Wer jetzt investiert, seine Anlage optimiert und auf Flexbetrieb ausrichtet, kann langfristig profitieren. Biogas ist kein Auslaufmodell – sondern ein zentraler Baustein der Energiewende.

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FAQs zum Thema Biomassepaket 2025

Was ist das Biomassepaket 2025?

Das Biomassepaket 2025 ist eine Anpassung der EEG-Förderung für Biogasanlagen. Es stärkt Flexibilität, erhöht Ausschreibungsvolumina und verbessert die wirtschaftlichen Perspektiven für Bestands- und Neuanlagen.

Warum ist die EU-Genehmigung des Biomassepakets wichtig?

Durch die Genehmigung der EU-Kommission besteht rechtliche Sicherheit. Betreiber können Investitionen und Teilnahme an Ausschreibungen verlässlich planen.

Welche Vorteile bietet das Biomassepaket für Bestandsanlagen?

Bestandsanlagen profitieren von längeren Anschlussförderungen, höheren Flexibilitätszuschlägen und erleichterten Teilnahmebedingungen an Ausschreibungen.

Welche Rolle spielt Flexibilität künftig für Biogasanlagen?

Flexibilität wird zum zentralen Wirtschaftsfaktor. Anlagen sollen dann Strom erzeugen, wenn er gebraucht wird – insbesondere bei hoher Nachfrage und hohen Börsenpreisen.

Wie können Betreiber konkret vom Biomassepaket profitieren?

Durch den Ausbau von Leistung, Speichertechnik und Wärmenutzung sowie eine optimierte Fahrweise können Betreiber ihre Wirtschaftlichkeit deutlich steigern.